Man kann neue Schulden lediglich minimieren – nicht aber vermeiden

Die europäischen Geschäftsbanken zocken heute mehr denn je. 

Hatten sie vor der Wirtschaftskrise von 2008 (dem ersten „Dip“) 

noch leichtsinnig und fahrlässig Kredite vergeben (u. a. uneinbringliche nach 

Ost- und Südosteuropa),  borgten sie sich nach Erhalt der Steuermilliarden aus dem „Bankenschutzschirm“ 

(„Sozialisierung der Verluste“; eigentlich gedacht zur Erhöhung der Liquidität der 

Banken via höherer Mindestreserve!) – diese als Besicherung nutzend –von der EZB (zum Teil auch von der FED) um den Leitzinssatz von 1 % weiteres Geld. 

Dieses dienten sie mit bis zu 7 % Aufschlag 

den diversen Regierungen und mit noch höheren 

Zinssätzen auch Privaten an – denen allerdings  weit vorsichtiger (Stichwort Basel II und III! Das war und ist die berühmte 

„Kreditklemme“ der Realwirtschaft). Oder sie zockten – jetzt erst recht! – im virtuellen Raum der Finanzblasenwirtschaft. 

Da als Folge von 2008 alle Werte in den Keller gerasselt waren, konnten nur mehr Gewinne 

eingefahren werden gemäß dem ehernen Gesetz  der Börse:  starke Nachfrage lässt die Werte von Papieren steigen ...

 

Daher wurden mit dem Geld aus dem „Bankenschutzschirm“ von den Banken auch 

eigene Aktien aufgekauft: ein genialer Schachzug professioneller Zocker, der den 

Banken in Summe Milliardengewinne – und der  Gesellschaft Millionen Arbeitslose 

eingebracht hat. 

 

Die Bonizahlungen an die Bankmanager beweisen es: 

Der ordinäre Bankkunde erhält 0,125 % für seine Giroeinlage und bestenfalls

2,3 % für ein zweijährig gebundenes Sparbuch – aber die Inflation liegt nirgendwo mehr darunter. 

Der Normalbürger verliert also mit Sparen sein Kapital ... 

Da könnte er sein Geld gleich vergraben – er hätte es dort sicherer,  auch wenn es nur um ein wenig mehr weniger wird –, subventionierte 

damit aber nicht die Bank(st)er! Zeitungen haben darüber berichtet: Ein österreichischer Banker hatte in Riesenausmaß eine 

große Menge der völlig verfallenen Aktien der eigenen Bank angekauft und innerhalb 

weniger Monate 600.000 Euro Gewinn eingefahren. Ganz legal natürlich ...

 

Punkt 3) ist bereits ausgereizt: Der Ausverkauf („Privatisierung“) von öffentlichem 

Besitz ist heute so weit fortgeschritten, dass Staaten und Gebietskörperschaften

kaum mehr über wesentliche verkaufbare Realitäten oder (staatliche oder staatsnahe) 

Betriebe verfügen. Post und Bahn sind in Österreich zer- und angeschlagen,  private Postdienste drängen auf den Markt, und auf den Gleisen der Bahn fahren auch 

private Züge. Der Bau von Autobahnen wird an Privatunternehmen vergeben 

(was die ASFINAG, der österreichische Straßenerhalter) allerdings nur ein einziges 

Mal versucht hat; das Teilstück kam letztlich teurer). Unter dem Schlagwort des 

„Neo“-Liberalismus muss überall für „gesunde “ Konkurrenz gesorgt sein, Monopole darf es keine mehr geben.

 „Freier Wettbewerb“ ist das Schlagwort der EU. Sie ist damit am Puls der USA, 

aber wohin das führen wird, ist auch klar: Der Billigstanbieter (der aber nicht der 

Beste sein muss, ja es aufgrund des Preisdumpings gar nicht sein kann!) 

könnte letztlich übrigbleiben und – wieder – die Preise diktieren. 

Genau das nannte man früher

 „Monopol“! Die Regulierungsbehörden der EU bemühen sich zurzeit. 

jedenfalls noch, das zu verhindern. Ausnahmen wie bei der Lufthansa zeigen jedoch, 

dass zwischen Theorie und Praxis eine breite Lücke klafft.

 

Bleiben die Punkte 1) und 2).

Ad Punkt 1): Einschränken der staatlichen Ausgaben führt unweigerlich zum Schrumpfen der 

Wirtschaft –soweit es sich um Ausgabenreduzierung  im realwirtschaftlichen  Sektor handelt, also etwa beim Hinausschieben von geplant gewesenen

Infrastrukturprojekten wie die Modernisierung von Bahnhöfen und das Schlagen von 

Eisenbahntunnels (z. B. Semmering-Basistunnel) oder  dem Bauen neuer Autobahnteilstücke, (z. B. die Westumfahrung Linz). 

All das wird aber zwischenzeitlich gebaut –mit abenteuerlichen  Finanzierungsmodellen! Die eingegangenen Verschuldungen werden nie bedient 

werden können. Und die Verantwortlichen wissen das auch ...

 

Die reichsten Amerikaner zahlen nach wie vor wenig Steuern, die ärmsten 30 % gar keine –

und der Mittelstand bricht unter der auf ihn konzentrierten Steuerlast zusammen

Wird „bloß“ der Verwaltungssektor „gesundgeschrumpft“ (nur Griechenland und Portugal

leisten sich dieses gesellschaftspolitische Harakiri; in Österreich wird um jede 

Verwaltungsreform seit Jahrzehnten ein weiter Bogen gemacht), hat das für den Staats haushalt primär zwar positive Folgen, schlägt aber sofort auf den Konsum der 

Bevölkerung durch: Weil Beamte mit niedrigerem Einkommen sich weniger leisten können. 

Auch das schiere Beschränken der Einstellungszahlen von Beamten erhöht die Arbeitslosenzahl. 

Rückläufiger Konsum bremst die Wirtschaft – also hat  Österreich seinen Beamtenapparat gar nicht erst gesundgeschrumpft und ist der 

dahindümpelnden Wirtschaft mit Kurzarbeit – übrigens sehr erfolgreich –begegnet. Österreich steht heute besser da als so mancher 

andere EU-Staat. Diese Kurzarbeit hat dem Staat aber jede Menge an

 – über Kredite finanzierte –Quersubventionen gekostet.  Die Verschuldung der Alpenrepublik (zu Lasten der nächsten 

Generation) hat also zu- und nicht abgenommen –was nicht  unintelligent war, denn: Diese Schulden brauchen gar nicht mehr zurückbezahlt zu 

werden: weil Rückzahlungen auch nicht (mehr) vorgesehen sind ...